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17.04.2012

Frühlingserwachen in der Olper Innenstadt

Bundesweites Lob für Gestaltung der Olper Kreisel

Gegenüber einer renomierten Fachzeitschrift hat die Gärtnertruppe des Olper Bauhofes über die Gestaltung und Pflege der Olper Kreisel und des Straßenbegleitgrüns informiert. Es ging dabei um Fragestellungen wie: Wie können Kreisel und Begleitgrün ansprechend, finanzierbar und abwechslungsreich gestaltet werden?

„Ich bin noch nie mit einem so großen Blumenstrauß in einer Stadt begrüßt worden“ - „Was habt ihr wunderschöne Kreisverkehre“ - „Wo bekomme ich solche Pflanzen, wie sie in den Olper Kreisverkehren vorhanden sind?“

So üppig blüht und grünt es in der Kreisstadt Olpe

 Solche Aussagen tun der Gärtnerseele gut. Und das Lob hat sie auch verdient. Schließlich wusste anfangs niemand, ob das „Rezept“ aufgeht. Man nehme: Einen guten Löffel Vorplanung (gemeinsam mit den Tiefbau-Experten und den Straßenplanern), je eine Messerspitze Erfahrung und Mut zu etwas Neuem, ein wenig Geld in die Hand und ein paar gute Köche (pardon: Gärtner) für einen umfangreichen „Gemüseeinkauf“. Aus diesen Zutaten gelang ein wahrhaft ansehnliches Werk. Unsere Kreisverkehre können sich sehen lassen.

Wenn nach nunmehr neun Jahren immer noch alle Kreisverkehre „Lust auf mehr“ machen, so kann der eingeschlagene Weg nicht ganz falsch sein.In Olpe haben wir schon seit Anfang der neunziger Jahre gute Erfahrungen mit Staudenbeeten unterschiedlicher Prägung gemacht. Insbesondere die Pflanzungen am unmittelbaren Verkehrsraum, die sich als dauerhaft stabil erwiesen, ermutigten uns, das Innenbeet des ersten Kreisels ausschließlich mit Stauden zu bepflanzen. Die große Akzeptanz seitens der Bürger und das vielseitige Lob von Gästen unserer Stadt veranlassten uns, die eiteren Kreisverkehre in gleicher Weise zu gestalten.

Das Grundprinzip aller Kreisel

Neubepflanzung eines Kreisverkehrs

Allen Innenbeeten der Kreisverkehre ist ein etwa 2 Meter breiter Außenkranz gemeinsam, der einheitlich mit blau blühenden Geranium x magnificum bepflanzt ist. Der äußere Rand der Beete sollte mit einer besonders robusten, wuchsfreudigen Staudenart bepflanzt sein, da trotz ausreichendemFahrradius Randbereiche immer wieder überfahren werden. Um ein bewusstes Befahren der Randbereiche zu vermeiden, sind am äußeren Rand der Kreisverkehre gut sichtbare Steinstelen errichtet. Ferner müssen Pflanzen im Randbereich der Fahrbahn eine gewisse Menge Streusalz vertragen können. Der Innenbereich ist höhenmäßig abgestuft und farblich vielfältig mit unterschiedlichen Stauden wie Kissenaster, Ochsenauge, Flockenblume, Spornblume, Sonnenblume, Rauhblattaster, Alant usw. bepflanzt. Staudenbeete zeigen im Jahresverlauf eine besondere Dynamik, die nur bei reinen Staudenpflanzungen in besonderer, ungestörter Weise erlebbar wird.

Frühling lässt sein blaues Band…

Alle Kreisverkehre haben einen Außenkranz mit blau grünen Geranien

Nach der Winterruhe erscheinen im Frühjahr vereinzelt Osterglocken, Hyazinthen und Kugelprimeln. Dieser erste Frühjahrsflor ist bewusst sparsam gehalten, da fast gleichzeitig die Geranien des Außenkreises mit frischem Grün austreiben um dann im Mai kräftig blau zu blühen. Ab Mai bilden sich die unterschiedlichen Höhenstufungen aus, die jeden Kreisel trotz ähnlicher Bepflanzung den gesamten Sommer über unterschiedlich erscheinen lassen. Blütenfarben und Blattformen tun hier ein Übriges.

Goldener Herbst in Olpe

In dieser Stadt mache das Flanieren Spaß

Zum Herbst hin dominieren Rauhblattastern und absterbende Großstauden mit ihren Fruchtständen. Schmale Beete, die unmittelbar an die Fahrbahn der Zubringerstraßen angrenzen (Straßenbegleitgrün), sind für Stauden weniger geeignet. Hier gedeihen Boden deckende Potentilla, Spiraea und Deutzia besser. Aufgelockert werden diese Pflanzstreifen durch unterschiedliche Strauchrosen. Aber auch außerhalb der Kreisverkehrsplätze und deren Zubringer ist das Straßenbegleitgrün sehr intensiv. Wenn eben möglich, zieren Bäume den Straßenrand (in Olpe ca. 2.700 Stück). Wo diese nicht möglich sind, lockern Pflanzbeete oder bepflanzte Streifen die Seitenbereiche auf.

Winterschlaf statt Dauergrün

In der vegetationslosen Zeit von November bis März liegen die Kreisverkehre im Winterschlaf. Kein Dauergrün, keine Hecke, kein Busch. Wir sind der Auffassung, dass diese Erholungsphase und der krasse Unterschied zu der herrlichen Sommerbepflanzung Sinn macht. Die vegetationsarme Zeit entspricht (auch philosophisch) dem Lauf der Dinge im Jahreszyklus. Allerdings folgen wir bei einem weiteren Kreisverkehr in diesem Jahr dem Wunsch der Bauleitung, ein wenig Dauergrün im Zentrum des Kreisverkehrs zu etablieren. Der Entwurf sieht vor, neben 3 größeren Steinblöcken, die später mit Efeu bewachsen sollen, einzelne Sträucher als gestalterisches Element zu berücksichtigen. Der so gestaltete Innenbereich wäre dann in der Winterzeit ein wenig begrünt (Dauergrün des Efeu). Der äußere Rand dieses neuen Kreisverkehres wird dann im Grundprinzip der bisherigen Kreisverkehre bepflanzt.