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Wohnhaus Felmicke 37

Lage/Standort
 

Wohnhaus Felmicke 37
Felmicke 37
57462 Olpe Adresse über Google Maps anzeigen
Gemarkung: Olpe-Stadt
Flur: 30
Flurstück: 236


Beschreibung des Denkmalwertes

Denkmalwert ist der traufständige Kernbau des Objektes ohne die jüngeren Anbauten an der rüchwärtigen Trauf- und der linken Giebelwand aus ortsgeschichtlichen, wissenschaftlich-hauskundlichen und städtebaulichen Gründen.

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen traufenständigen Fachwerkbau über einem hohen Kellersockel und unter einem Krüppelwalmdach, der im Gefolge des Stadtbrandes von 1795 im Rahmen des planmäßigen Wiederaufbaus an der südöstlichen Ausfallstraße um 1800 errichtet wurde. Dabei kam es in diesem Teil der Stadt nicht nur zu einer regelhaften Bebauung mit normierten Grundstücksgrößen und Gebäudeabständen, sondern auch zu einer starken Typisierung der Gebäude selbst, wie der Vergleich mit dem schräg gegenüberliegenden Haus Felmicke 30 zeigt. Wie dort ist bei Felmicke 37 die straßenseitige Traufwand des Hauses als Schauwand ursprünglich vierachsig gegliedert gewesen (im Erdgeschoss rechts der Haustür heute zugunsten zweier Fenster verändert), wobei der Eingang des Hauses mit der zweiflügeligen Haustür über der einläufigen Außentreppe und der dahinter angeordnete, breite Erschließungsflur beider Etagen leicht außermittig angeordnet ist, sodass die hervorgehobenen Wohnräume links des Flures in beiden Etagen jeweils durch zwei, die Räume rechts des Flures jeweils durch ursprünglich nur ein Fenster belichtet waren. Der nur die halbe Haustiefe einnehmende Flur des Erdgeschosses mündet in die Treppe in die obere Etage sowie in die rückwärtig zum Hofraum orientierte Küche mit dem Abgang in den Keller. Das Dachwerk mit dem originalen Krüppelwalm zeigt beidseitig einen unterstützenden liegenden Stuhl mit zwei Stuhlsäulen, die jeweils durch lange Riegel ausgesteift sind; wie beim Vergleichsbau Felmicke 30 fehlen auch hier die Kehlbalken in den Leergespärren.

Mit Ausnahme der genannten Veränderung in der Durchfensterung rechts der Eingangstür im Erdgeschoss und der massiven Erneuerung eines Teils der rückwärtigen Traufwand ebenfalls im Erdgeschoss ist das Gebäude weitgehend im ursprünglichen Zustand. Weite Teile der wandfesten Ausstattung (insbesondere Türen) sind im Gebäudeinneren noch original erhalten.

Damit ist das Gebäude ein wichtiges Zeugnis für das stadtgeschichtlich wichtige Ereignis des Stadtbrandes von 1795 sowie des folgenden Wiederaufbaus, der nicht nur eine planmäßige Regulierung des Stadtgrundrisses, sondern auch eine weitgehende Typisierung der Hausformen mit sich brachte, woraus sich die ortsgeschichtliche und städtebauliche Bedeutung des Objektes ergibt. Die genannten Erneuerungen sowie die in verschiedenen Zügen erfolgten Anbauten insbesondere an der linken Giebelwand haben die Zeugniskraft des Objektes für die Bau- und Wohnweise in Olpe in der Zeit um 1800 nicht entscheidend geschmälert, sodass das Gebäude auch von wissenschaftlich-hauskundlicher Bedeutung ist.

Tag der Eintragung

17.12.2003

Bildergalerie

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Vorderansicht des Wohnhauses
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Rückansicht des Wohnhauses