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Mittelalter

Mittelalter

ab 400 n. Chr.
Völkerwanderungszeit und Beginn des Mittelalters

spätes 7. / 8. Jh.
Sporadische Besiedlung des spärlich besiedelten Olper Raumes durch landsuchende Siedler - zum Teil wohl sächsischer Herkunft (ursprünglich in Norddeutschland beheimatet, Engern).
Gräberfunde von Hespecke bei Grevenbrück

772 - 804
Sachsenkriege unter Karl dem Großen

777 / 780
Bildung von Missionssprengeln in der neuen fränkischen Provinz Sachsen. Südwestfalen wird wohl schon jetzt dem Kölner Kirchensprengel zugewiesen. Die religiöse Bindung nach Köln besteht bis 1821.

795
Das Bistum Köln wird zum Erzbistum erhoben.

797
Reichstag in Aachen: Einverleibung Sachsens in das karolingische Reich

um 800
Vermutlich wird auf konfisziertem sächsischen Besitz, auf einem nunmehr fränkischen Reichshof (Hypothese von Manfred Wolf) an der Kreuzung der Fernwege Römerweg (Bonn/ Paderborn) und Eisenstraße (Frankfurt/Siegen/Hagen/Dortmund) und im Mündungswinkel von Olpe und Bigge eine dem karolingischen Haus- und Reichsheiligen Martinus geweihte Eigenkirche des (fränkischen) Hofinhabers gegründet. Der Name Olpe (Ol-apa) bezeichnet ursprünglich einen "Bach im feuchten Wiesengrund".

9. / 10. Jh.
Intensive Rodungen - die südsauerländischen -inghausen Orte entstehen.

um 1000
Erste Bodenfunde aus dem Olper Raum lassen sich datieren: Scherben- und Schlacken (Eisengewinnung und -verarbeitung) in der Wüstung Kimickerberg, Münzfund in Dahl (nach 1005).Umwandlung der Wallburg auf dem Oedingerberg in ein adeliges Damenstift.

11. Jh.
Das Patronatsrecht über die Olper Kirche wird dem Stift St. Severin in Köln übertragen (1233 nachweisbar). Das Präsentationsrecht geht später an Magistrat und Gemeinde der Stadt Olpe über.

11. / 13. Jh.
Eisenerzeugung in Waldschmieden/Rennfeuerhütten

1180
Reichsversammlung zu Gelnhausen: Ächtung Heinrichs des Löwen und Teilung des Herzogtums Sachsen. Herzog in Westfalen und Engern, d.h. über Westfalen südlich der Lippe, wird der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg.

1183 / 85
Das Mirakelbuch von St. Anno in Siegburg berichtet über die Heilung eines Jungen in einem Dorf namens Olpe (ob Olpe im Sauerland, ist nicht gesichert).

12. / 13. Jh.
Bau des romanischen Turms der St.-Cyriakus-Kirche in Rhode (adelige Eigenkirche der Zeit nach 1100 ?) - das älteste erhaltene Bauwerk auf heutigem Olper Stadtgebiet.

1220
Olpe wird erstmals urkundlich erwähnt - der Dechant (des Dekanates Attendorn), Albertus in Olpe (Olepe), wird genannt.

1222
Erhebung Attendorns zur Stadt - wahrscheinlicher Bau der kölnischen Burg Schnellenberg zum Schutz der Stadt

1233
Vergleich zwischen Propst und Dechant des Stifts St. Severin in Köln: Die Besetzung der Pfarrstelle zu Olpe soll beim Propst liegen.

1235
Gräfin Mechthild von Sayn gründet mit ihrem Mann Graf Heinrich III. von Sayn das Zisterzienserinnenkloster Drolshagen (ursprünglich pfalzgräflicher Besitz ?).

1248
Erzbischof Konrad von Hochstaden erwirbt Burg und Herrschaft Waldenburg bei Attendorn von der Witwe Gräfin Mechthild von Sayn (ursprünglich pfalzgräflicher Besitz). Olpe kommt durch diesen Verkauf möglicherweise ebenfalls an das Erzstift Köln (Hypothese von Manfred Wolf) und bleibt weiterhin beim jetzt kölnischen Amt Waldenburg.

1288
Schlacht bei Worringen

 1311
Der Kölner Erzbischof Heinrich II. Graf von Virneburg verleiht dem durch Feinde des Stifts mit Raub und Brand heimgesuchten Dorf Olpe, das wie die Kirche auf dem Hof Olpe entstanden ist, die Stadtrechte (Attendorner und damit Soester Stadtrecht). Befestigungsrecht - Stützpunkt gegen die Grafen von der Mark. Stadtpatron wird der Kirchenpatron St. Martinus (im Stadtsiegel seit 1360 nachweisbar). Auf dem Rest des landesherrlichen Hofes in Olpe, auf der Küchenstätte, befindet sich im 14. Jahrhundert vermutlich ein Burglehen der Waldenburger Burgmannenfamilie von Drolshagen. Im 17./18. Jahrhundert steht hier das Haus des kurfürstlichen Richters.

1311 / 32
Erzbischof Heinrich II. verleiht der Stadt Olpe das Recht, Personen beiderlei Geschlechts zu Bürgern aufzunehmen, gleichgültig aus welchem Stand und unter welchen Umständen sie kommen.

1336
Ersterwähnung der Mark Griesemert

1336 - 1353
Erwähnungen einer Ministerialenfamilie von Eppenbracht (Stammsitz Eppenberg südlich Sondern).

1338
Erzbischof Walram bestätigt die Stadtrechte.

1347
Ersterwähnung von Tecklinghausen

1350
Die Pest (Beulenpest) erreicht Westfalen.

1354
Ersterwähnung von Oberveischede (Kirchspiel Helden)

1355
Ersterwähnung von Ronnewinkel

1360
Ersterwähnung von Rosenthal, Lütringhausen und der später aufgegebenen Siedlungen Alemicke und Kimicke

1365
Hunolt von Hillewordinchusen verspricht Bürgermeister, Rat und Bürgern zu Olpe, ihnen in Zukunft keinen Schaden mehr zufügen zu wollen.

1367 und 1368
Cuno von Falkenstein, Koadjutor bzw. Administrator der Kölner Kirche, bestätigt die Stadtrechte.

1368
Die Stadt Olpe leistet beim Erwerb der Grafschaft Arnsberg durch Kurköln einen finanziellen Beitrag.

1373
Erzbischof Friedrich III. gewährt der von Brand zerstörten Stadt Olpe zur Förderung des Wiederaufbaus gewisse Freiheiten. Vermutlicher Beginn des Baus von Stadtmauern und Stadttürmen

1376
Ersterwähnung von Kirchesohl

1383
Ersterwähnung von Altenkleusheim (=Kleusheim; -heim-Orte entstanden wohl bereits im 8./9. Jh.), Rhonard und Stachelau.

1388
Ersterwähnung von Rhode

1406
Ersterwähnung von Günsen

1409
Ersterwähnung von Rehringhausen und Saßmicke

1422
Ersterwähnung von Rüblinghausen

1435
Schutzbündnis des Erzbischofs Dietrich von Köln und der Städte Soest, Attendorn, Olpe, Werl, Menden, Balve und Recklinghausen einerseits sowie des Junkers Gerhard von Kleve, Grafen von der Mark, und der Städte Hamm, Unna, Kamen, Neustadt, Iserlohn, Breckerfeld, Neuenrade und Bochum andererseits.

1437
Die erste Erblandvereinigung der westfälischen Stände (Ritterschaft und Städte) zum wechselseitigen Schutz wird unter Teilnahme der Stadt Olpe errichtet.

1441
Erste urkundliche Erwähnung der Kirche in Rhode

1445
Erzbischof Dietrich II. erobert während der Soester Fehde die märkisch-klevische Burg Bilstein unter Mitwirkung der Städte Attendorn, Olpe und Drolshagen und gliedert die Herrschaft ins Herzogtum Westfalen ein. Bilstein wird Sitz des südlichen Quartiers des Herzogtums Westfalen, bestehend aus den Ämtern Bilstein, Fredeburg und Waldenburg (hier Olpe). Seitdem gehört das gesamte Gebiet des heutigen Kreises Olpe zum Herzogtum Westfalen des Kurfürstentums Köln.

1454
Erzbischof Dietrich II. verpfändet an Bürgermeister und Rat zu Olpe die als Schoß bezeichnete jährliche Abgabe der Stadt an den Landesherrn (wohl Entgelt für die Selbstverwaltung der Stadt).

1454 / 56
Ersterwähnung von Hammerschmieden, deren Inhaber zugleich Olper Bürger sind. Fabrikation von Halbfabrikaten (Bleche und Blechwaren, Pfannenscheiben und Pfannen), Eisen- und Kupferkessel im Olper Raum. Schwindende Bedeutung Attendorns als Zentrum des Fernhandels im südlichen Sauerland.

 1460
Erwähnung von Freistühlen bei der Stadt Olpe

1462
Verbundbrief von Ritterschaft und Städten des Amtes Waldenburg - Attendorn, Olpe und Freiheit Drolshagen -, ungeteilt zusammenzubleiben und zur Kölner Kirche zu halten (Erneuerung 1480)

1463
Erblandvereinigung zwischen Erzbischof Ruprecht und den Landständen

1475
Ersterwähnung von Dahl

1476 - 1478
In Köln läßt sich der Drucker/Verleger Petrus in Altis (= von der Höhe) aus Olpe nachweisen (genannt 1450 - 1495).

1477
Die Freiheit Drolshagen wird zur Stadt erhoben und mit Olper Stadtrecht bewidmet.

1480
Erzbischof Hermann IV. bestätigt die Stadtrechte.

1494
Der Geistliche und Mäzen Johann Bergmann von Olpe (ca. 1460-1531/32) gibt in Basel die Moralsatire Das Narrenschiff von Sebastian Brant heraus (1. Bestseller).

Ende 15. Jh.
Die Stadt Olpe hat vermutlich ca. 400 Einwohner.