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24.05.2016

Standortauswahlverfahren Rathaus Olpe - 2. Bürgerwerkstatt

Mit der 2. Bürgerwerkstatt zur Rathausfrage in Olpe wurde die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Standortauswahlverfahrens am 23.05.2016 in der Aula der Realschule fortgeführt. Etwa 140 Olperinnen und Olper sind dem Aufruf gefolgt und haben sich und ihre Vorstellungen zum Teil intensiv in die Diskussionen eingebracht. Unter der Moderation von Frank Heinze aus dem Dortmunder Büro Heinze & Partner sowie der fachlichen Begleitung durch Herrn Dipl.-Ing. Dominik Geyer aus dem Büro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen aus Köln, ergab sich trotz der geringer als erwartet ausgefallenen Beteiligung ein reger Meinungsaustausch.

In dieser 2. Veranstaltung hat Dipl.-Ing. Dominik Geyer zunächst die Ergebnisse aus der 1. Bürgerwerkstatt zusammengefasst dargestellt und auf der Grundlage dieser Ergebnisse seine vorläufige Bewertung der infrage kommenden Standorte vorgestellt. Dazu erläuterte er in einem ersten Schritt, dass nach der Beurteilung sämtlicher Standortvorschläge auf der Grundlage der sog. Basiskriterien (Verfügbarkeit, notwendige Flächengröße und Bebaubarkeit) letztlich folgende Standortalternativen einer näheren Betrachtung unterzogen worden sind:

• Ist-Standort des Rathauses – Sanierung/Umbau
• Bahnhof – Rathausneubau
• Altes Lyzeum – als Teilstandort (im Verbund mit einem anderen Standort)
• Imbergschule – als Teilstandort (im Verbund mit einem anderen Standort)
• Realschule – Abriss und Neubau
• Postgebäude (Abriss und Neubau)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andere Standortvorschläge, wie der Parkplatz des Kreishauses, der Stadtpark, das Finanzamt, das Stadtwerkegebäude "In der Trift", etc., mussten aufgrund fehlender Verfügbarkeit, bzw. fehlender Bebaubarkeit von einer weiteren Betrachtung ausgeschlossen werden. Im Weiteren ging er auf seine Bewertung der verbliebenen Standorte nach den in der 1. Bürgerwerkstatt erarbeiteten Kriteriengruppen und deren Gewichtung näher ein. Die Ergebnisse seiner Standortbewertungen finden Sie in der Zusammenfassung, Details zum inhaltlichen Ablauf der 2. Bürgerwerkstatt in der Rahmenpräsentation.

Zwischen den verschiedenen Themenblöcken nutzte Moderator Frank Heinze die kurzen Pausen, um mittels grünen, gelben und roten Karten das Meinungsbild der Bürgerinnen und Bürger zu den jeweils erläuterten Kriteriengruppen transparent zu machen. Dabei war auffällig, dass zu den meisten Kriteriengruppen und deren Gewichtung, sowie den daraus reslutierenden Bewertungen mittels grüner Karten überwiegend Zustimmung signalisiert wurde. Kritisch gesehen, und das wurde auch mit einigen gelben und roten Karten dokumentiert, wurde vor allem die Beurteilung der Standortalternativen nach der Kriteriengruppe "Wirtschaftlichkeit".

In den jeweils anschließenden kurzen Diskussionsrunden hatten die Anwesenden Gelegenheit, ihre Argumente für bzw. gegen die Bewertungsergebnisse in den einzelnen Kriteriengruppen vorzubringen, bzw. Anregungen und eigene Vorstellungen öffentlich zur Diskussion zu stellen oder auch Verständnisfragen zu stellen. Dazu wurde allen Teilnehmern der Bürgerwerkstatt eine Kurzinformation zu den Bewertungskriterien ausgehändigt, die den Umgang mit den unterschiedlichen Themenbereichen erleichtern sollte.

Danach hatten alle Gelegenheit, in einer 30 minütigen „Arbeitspause“ weitere Vorschläge, Kritikpunkte, Fragen und Anregungen an 4 Diskussionsständen im Foyer der Realschule zu den einzelnen Kriteriengruppen anzubringen. Dort wurden sämtliche Beiträge durch Mitarbeiter der Verwaltung an vorbereiteten Stellwänden gesammelt. Aus den Einzelbeiträgen wurden dann Schwerpunkte bzw. Zusammenfassungen an Moderator Frank Heinze und Dipl.-Ing. Dominik Geyer zur Beurteilung und Kommentierung weitergereicht. Dazu wurde allen eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Standortbewertungen an die Hand gegeben.

Im weiteren Verlauf der fast 4-stündigen Veranstaltung entwickelte sich anschließend ein intensiver, fachlicher und zum Teil emotionaler Austausch von Meinungen und Standpunkten. Im Rahmen dieser ausgedehnten Diskussionsrunde erhielt der Olper Architekt Axel Stracke Gelegenheit, seinen viel beachteten Gestaltungs- und Sanierungsvorschlag für die Fassade des bestehenden Olper Rathauses vorzustellen. Die weiteren Redebeiträge befassten sich im Wesentlichen mit den wirtschaftlichen Aspekten einer Sanierung des Bestandsgebäudes gegenüber einem Neubau.

Herr Bürgermeister Peter Weber stellte zum Ende der Veranstaltung noch einmal heraus, dass die Lage des Rathausstandortes für die künftige Innenstadtentwicklung von herausragender Bedeutung ist. Die Einbindung des künftigen Rathausstandortes in den Entwicklungsbereich um das Bahnhofsgebäude mit ehem. Busbahnhof, Realschulgelände, derzeitigem Rathausstandort und dem ehem. SIBO-Gelände wird bei den kommenden politischen Beratungen neben der Frage der Kosten eine zentrale Rolle spielen.

Er bedankte sich bei allen Teilnehmern für das große Interesse und die rege Mitarbeit in den Bürgerwerkstätten, die dazu geführt hat, dass zu dem Thema Rathausstandort alle Argumente ausgetauscht werden konnten und nun für die endgültige Entscheidung durch die politischen Vertreter "auf dem Tisch liegen".

Am 09. Juni 2016 wird Dipl.-Ing. Dominik Geyer seine Bewertung und die Ergebnisse aus den Bürgerwerkstätten den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung in einer außerordentlichen Sitzung vorstellen. In der turnusmäßigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 22. Juni ist die abschließende Beratung und Beschlussfassung vorgesehen.

Impressionen sowie die Ergebnisse der Meinungsäußerung an den Diskussionsständen vermittelt die Fotogalerie: